Erkundung | RPG
Angekündigt: Code of The Savage (PC)
Wer schon Drova oder Skald: Against the Black Priory mochte, der Pixelkunst nicht abgeneigt ist und Lust auf Oldschool-Flair im modernem Gewand hat, sollte sich Code of The Savage von Geoff Jones vormerken. Der Australier hat sich u.a. von Ultima 6 (1990) und Ultima 7 (1992) von Origin Systems inspirieren lassen, werkelt schon seit zehn Jahren alleine an diesem interessanten Abenteuer für Solisten und will es im ersten Quartal 2027 veröffentlichen.
Ich beobachte es schon eine Weile und hatte es bisher nur kurz in meiner Vorschau kommender Rollenspiele vorgestellt. Aber ab 19. Oktober kann man im Steam Next Fest eine Demo spielen, die ich Genrefans empfehlen kann. Dort erkundet man die ebenso offene wie brutale Inselwelt von Daneth in der Draufsicht inkl. Tag- und Nachtzyklus sowie wechselndem Wetter. Das wirkte im Trailer schon ganz charmant, zumal die Bewohner recht agil sind und ein Eigenleben führen, denn sie gehen Berufen nach, essen und legen sich schlafen.
Man sollte sich ihre Namen und Geschichten merken, denn sie geben nicht nur Quests, sondern verbergen so manches Geheimnis. Ähnlich wie in Drova erkundet man frei und trifft nicht selten auf Konflikte, die nahtlos per Klick auf den Feind in Echtzeit ausgetragen werden. Geoff testet wohl gerade eine optionale Controller-Steuerung, die schon ganz gut funktionieren soll. Vielleicht erinnern die Kämpfe mit ihren Blutspritzern an das frühe Diablo, aber man sammelt auch abseits der Kills Erfahrung und steigt auf.
Denn es geht ihm in erster Linie um das Flair eines CRPG mit Dialogen sowie Entscheidungen samt Konsequenzen. Während der Erkundung trifft man auf Ereignisse wie laufende Raubüberfälle, in die man sich nicht einmischen soll, oder entdeckt vielleicht eine Fischerhütte am Strand, vor der ein Mann mit Axt eine Warnung ausspricht. Je nach eigener Handlung kann so eine Situation eskalieren, wenn man einfach näher rangeht, oder man bekommt die Chance auf ein schlichtendes Gespräch und kann seine Absichten erläutern.

Der Spieler muss sich langsam an die Welt und ihre Konflikte gewöhnen, zumal er als Sklave halb nackt an der Küste landet, sich nicht auskennt und zunächst verfolgt wird. Stück für Stück soll man mehr über die Verhältnisse vor Ort erfahren, indem man mit den Leuten spricht. Dabei kommen Multiple-Choice-Dialoge zum Einsatz, die Fragen über Stichpunkte wie “Name” oder “Work” anbieten und sich dann je nach Verlauf mit neuen Stichpunkten auffächern, wenn man etwas Interessantes hört.
Natürlich geht es auch um bessere Ausrüstung und Waffen, außerdem gibt es diverse Magie, wobei das Inventarsystem auf charmante Art an Ultima erinnert. Aber um an wertvolle Beute zu gelangen, muss man sich in die Wildnis wagen, in der man neben Höhlen auch klassische Dungeons durchforsten kann. Entspannen kann man sich in Tavernen, wo man Gerüchte aufschnappt oder sich Sprüche über den Regen anhört. Code of The Savage hat keine Sprachausgabe, aber wird mit deutschen Texten veröffentlicht und von Retro-Soundeffeketn von Tom Pyrdol untermalt.

Code of The Savage ist natürlich ein kleines, handgemachtes Abenteuer. So manches mag ein wenig steif wirken, was die Animationen angeht, einige Motive wiederholen sich in der Landschaft, aber die Welt wirkt doch recht lebendig, wenn es aus Schornsteinen qualmt, Hunde umher tollen oder die Leute herum spazieren. Und man darf nicht vergessen, dass Pixelrollenspiele wie Drova, Roadwarden oder Skald: Against the Black Priory manchmal genau den Zauber entfachen, den der ein oder andere Veteran vielleicht vermisst.











