Erkundung
Angekündigt: Metroid Ravenous (SW2)
Auf der Nintendo Direct wurde ein neues 2D-Abenteuer mit Samus Aran enthüllt, das tatsächlich schon am 28. Januar 2027 für Switch 2 erscheinen soll. Es heißt Metroid Ravenous und folgt erzählerisch den Ereignissen aus Metroid Dread, das im Oktober 2021 für Switch erschien.
Das freut mich aus zwei Gründen ganz besonders: Zum einen habe ich dazu eine der ersten Rezensionen auf Spielvertiefung geschrieben. Und zum anderen kommt es erneut von Mercury Steam, diesem talentierten spanischen Studio, das schon Castlevania in die Moderne beamte und dessen Blades of Fire mich 2025 richtig gut unterhalten hat.
Moment, ihr kennt es nicht? Und mögt Action-Adventure sowie Fantasy? Dann gebe ich euch hiermit einen amtlichen Tipp. Denn da kehrt der Geist von Severance: Blade of Darkness zurück, mit der Wucht von God of War sowie epischer Sword & Sorcery à la Conan.
Aber zurück zu Samus: Ich begleite die Kopfgeldjägerin jetzt seit vierzig (!) Jahren durch futuristische Labyrinthe und das, was die Spanier da neben dem tollen Remaster von Metroid Prime mit Metroid Dread als Kampf-Plattformern inszenierten, ist eines der besten Spiele seiner Art.

Denn sie bereicherten das 1986 in Metroid geborene Prinzip um situative Horror-Spannung à la Alien sowie Schleichmechaniken. Außerdem sind sie Stimmungskünstler: überall waberte, wummerte, blitzte und dampfte es, während Samus elegant animiert durch toll designte Korridore jagte.
Auch in diesem Metroid Ravenous geht es natürlich seitwärts scrollend zur Sache, inklusive fauchender Monster, die den Bildschirm füllen. Allerdings versprühte schon der Trailer einen etwas anderen Vibe, mit actionreichen Szenen und neuen Kräften.
Samus sagt dort, dass sie von “unbekannten Angreifern überfallen” und schwer verletzt wurde. Sie ist wohl auf einem Mond gestrandet und sucht einen “Weg zurück an die Oberfläche”. Allerdings muss sie dafür quasi einen anderen Nintendo-Helden imitieren: und zwar Kirby.

Nein, das sagt sie natürlich nicht, aber ihr Motto klingt danach: “Dennoch … ich werde überleben. Und ich werde es nach Hause schaffen. Selbst wenn ich mich dafür von meinen Feinden ernähren muss. Es heißt: fressen oder gefressen werden.“
Samus kann ihren Gegnern irgendwie Energie entziehen, die sie nicht nur stärkt, sondern auch in gewisser Weise verwandelt. Zumindest sieht ihr Anzug immer etwas anders aus, je nachdem wen sie bekämpft hat. Vermutlich wird sie so auch neue Manöver und Angriffe ausführen können.

Schon Metroid Dread konnte über das erwähnte Schleichen für frische Impulse sorgen und auch diesmal scheint man den Kampf-Plattformer kreativ anzureichern, wobei die Gefechte noch actionreicher choreographiert wirken. Da muss man mal abwarten.
Auf jeden Fall freut es mich, dass die Reihe so kurz nach Metroid Prime 4: Beyond weitergeführt wird. Denn das fühlte sich im Dezember 2025 mit seinem qualitativen Auf und Ab leider wie ein Patchwork an, dem die Harmonie in der Regie fehlt.
Einige schlechte Entscheidungen führten dazu, dass dieser vierte Teil weit hinter der Faszination zurückblieb, die ich mit der Reihe verbinde: die fade offene Welt, einige viel zu lineare Areale, die schwache Story, die quatschenden Begleiter und die ästhetischen Brüche.

Und es verkaufte sich bisher eher schleppend, etwas über eine Million mal, während Metroid Dread so schnell wie kein anderes Spiel der Reihe in Japan, Großbritannien und USA seine Käufer fand und auf mehr als drei Millionen kommt.
Das war vermutlich auch der Grund dafür, dass Nintendo recht zügig diesen Auftrag an Mercury Steam vergab. Leider gibt es noch kein offizielles Statement der Spanier, aber ich gehe davon aus, dass erneut Jose Luis Márquez als Game Director und Yoshio Sakamoto als Produzent von Nintendo dabei ist.
Ach so, was die Story angeht: Die 2D- und 3D-Metroids spielen in derselben Science-Fiction-Welt und in einer Ära, aber zu anderen Zeitpunkten. Die Ereignisse aus Metroid Prime 4: Beyond fand z.B. vor jenen aus Metroid Dread statt.

Und wie man herauslesen konnte, freue ich mich sehr auf den Nachfolger, der damit auch der aktuellste Teil in der Chronologie der Reihe sein wird.












2 Kommentare
Achtung, massive Spoiler zu Dread:
Ich würde ja nicht sagen, dass Samus ihre Gegner hier “irgendwie” die Energie aussaugt. Um Dread vielleicht mal aufzufrischen: Pseudowissenschaftlich-quatschig ist Samus mittlerweile eine DNA-Suppe, bestehend aus Chozo-, Menschen- und Metroid-DNA (letzteres wegen des Impfstoffs aus Metroid Fusion, den sie brauchte, weil sie außerdem von X infiziert ist, lmao).
Raven Beak, der Antagonist von Dread und einer der “Chozo-DNA-Spender” für Samus (weshalb er sie etwas abfällig “Tochter” nannte), hatte in Dread den Plan, Samus’ Metroid-DNA mit Hilfe der EMMIs zu extrahieren. Als das nicht so recht klappen will und der “Metroid in ihr” wach wird, versucht er, Samus davon zu überzeugen, sich ihm anzuschließen. Dass Samus Gegnern ihre Energie aussaugt, das passiert nämlich schon in Dread gegen Ende – so wird bspw. der rote EMMI mit ihrem “Metroid-Arm” vernichtet. Ritterin der Gerechtigkeit, die sie nunmal ist, lässt sie sich natürlich nicht von Raven Beak bequatschen, woraufhin es zum Kampf zwischen den beiden kommt (der Endgegner von Dread). Als er sie in der Cutscene überwältigt und sie erwürgt, meint er noch, er freue sich darauf, den stärksten Metroid aller Zeiten – Samus Aran – bald klonen zu können. In dem Moment rastet Samus bzw. ihre Metroid-Seite aus und sie wird endgültig zum Metroid (Metroid Suit) und tötet Raven Beak. Im Raumschiff angekommen, wird Samus von Quiet Robe, der zwischenzeitlich von einem X übernommen wurde, überrascht. Da X-Parasiten, wenn ich mich recht entsinne, die letzten Gedanken ihres Wirts übernehmen, hilft Quiet Robe Samus, indem das X in ihren Körper eindringt. Das – so meine pseudowissenschaftlich-quatschige Vermutung – legt den Metroid in ihr erstmal wieder schlafen, weshalb sich Samus “zurückverwandelt”.
Was ich damit eigentlich sagen will: Sie saugt Gegner nicht “irgendwie” die Energie aus, sondern sie ist schlichtweg zum Teil ein Metroid, und das machen Metroids nun mal.
Wer jetzt denkt, dass das alles nach ziemlichen Anime-Quatsch klingt, der hat natürlich recht. Aber wenn die Belohnung dafür eine wütende Samus ist, die wie ein Tier um ihr Überleben kämpft – und das scheint mir Ravenous ja zu sein – soll mir das recht sein!
Ich freu mich auf jeden Fall auch riesig über Ravenous. Die Prämisse ist genial. Ich hoffe, dass damit mehr gespielt werden wird, also dass der einzige Benefit von Samus Metroid-Kräften nicht einfach nur darin liegt, dass sie beim Kontern jetzt die Option hat, statt zu schießen eben den Gegner zum Erlangen von HP auszusaugen, sondern dass da noch mehr Fähigkeiten dazu kommen. Aber da mache ich mir keine allzu großen Sorgen.
Auf dem ersten Blick sieht Ravenous gar nicht so beeindruckend aus, aber wenn man mal genau hinsieht – vor allem auf die Hintergründe -, dann stellt sich ein enormer grafischer Unterschied zu Metroid Dread ein. Hab sehr Bock drauf!
Hey, danke für den Deep Metroid Dive.;) Ich denke, dass Mercury Steam da abliefern wird.