Erkundung

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vom 10.06.2026

Angekündigt: The Legend of Zelda: Ocarina of Time (SW2)

Die Welt der Spiele ist viel verwobener mit der Realität als sie es vor zehn Jahren war. Und so spiegelt sie in einigen Bereichen die Gegenwart mit ihrem gefühlten geistigen Stillstand. Das längst Erlebte, Überwundene oder Widerlegte wird neu aufgelegt, meist so primitiv kopiert und billig poliert, dass man sich manchmal von Zombies umzingelt fühlt.

Immerhin grinsen einen alte Spiele in der Regel nicht so untot an, wenn sie als Remaster oder Remakes zurückkehren. Im Gegenteil: Es sind meist gute Freunde, mit denen man etwas Schönes oder in diesem Fall sogar etwas Einzigartiges erlebt hat. Also begrüßt man sie herzlich, selbst wenn man als erfahrener Spieler das Kreative oder zumindest Neue bevorzugt.

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Und wie könnte man diesen Link nicht nochmal umarmen? Diesen tapferen Jungen, mit dem man in einem der besten Action-Adventure aller Zeiten die Welt retten konnte? Als in Hyrule die alten Könige stürzten, die weisen Bäume starben und das Unheil über dem Land schwebte, ritt man mit ihm hoch zu Ross voran, bewaffnet mit Schwert und Bogen, mit Gänsehaut vor dem Fernseher.

Dort traf man nicht nur auf Monster, sondern auf so viel Schönes und Neues: Vom bis heute mit seiner Zielfixierung prägenden Kampfsystem bis zur eindringlichen Musik, von den cleveren Dungeon-Rätseln bis hin zu Liedern als aktive Zauber, vom Tag- und Nachtwechsel mit Konsequenzen bis zur kontextsensitive Steuerung samt dem Vibrieren des Controllers als Hinweis.

Man vergisst in diesen Zeiten der endlosen Wiederverwertung und der gefühlten kreativen Stagnation von Nintendo so schnell, wie viel großartige Pionierleistung man ihnen zu verdanken hat. Vor der Jahrtausendwende herrschte digitale Aufbruchstimmung, das Spieldesign erreichte in vielerlei Hinsicht neue Ufer und dieses verblüffende N64-Abenteuer konnte sich 1998 ins kollektive Gedächtnis einer ganzen Branche einbrennen.

Es steht zurecht an der Spitze ewiger Bestenlisten. Und ich würde es jedem Spieldesigner empfehlen, der sich für Flow, Progression & Spannung interessiert. Allerdings weiß ich natürlich auch, dass Link diesen spektakulären Auftritt nicht wiederholen kann. Das ist der Fluch aller Comebacks. Das, was damals nahezu revolutionär wirkte, hatte natürlich viel mit der Faszination der gerade erst geöffneten 3D-Welten zu tun, die trotz ihrer groben Struktur und trägen Bewegungen einfach nur imposant wirkte.

Zudem darf man nicht vergessen, dass man diesen Link schon mehrmals als alten Freund begrüßte, u.a. auf dem GameCube anno 2003 und auf dem 3DS anno 2011. Oder emuliert auf Wii und Wii U sowie über Nintendo Switch Online. Es ist also nicht so, dass da etwas Uraltes zum ersten Mal wiederbelebt wird. Es ist schon eher ein Wiedersehen, an das man sich ein wenig gewöhnt hat.

Der erneute Auftritt von Link auf der Switch 2 könnte mir jedoch dann besondere Freude bereiten, wenn es tatsächlich ein echtes Remake wird. Das, was Regisseur Eiji Aonuma schon 2009 im Interview mit dem britischen Official Nintendo Magazine sagte, klang schon sympathisch selbstkritisch, aber eher nach dem Wunsch einer technischen Modernisierung:

„Es ist kompliziert. Vergangene Dinge gehören zu unseren Erinnerungen, und dort nehmen sie immer größere Ausmaße an. Wenn man heute ‚Ocarina of Time‘ spielt, merkt man, dass es gar nicht so gut ist. Manchmal läuft es nicht so schnell, wie es sollte, die Grafik ist nicht so schön, wie sie sein sollte; es gibt einige verwirrende Stellen … jedes aktuelle Zelda-Spiel ist technisch überlegen. Alles läuft schneller und flüssiger.“

Als Ocarina of Time dann zwei Jahre später auf dem 3DS erschien, gab es bis auf separate Boss-Herausforderungen keine zusätzlichen Inhalte. Link nutzte also Bomben, Enterhaken und Unterwasseratmung an den bekannten Stellen, löste die tollen Rätsel auf dieselbe Art. Ich hoffe als Kenner jedenfalls, dass Nintendo diesmal nicht nur mehr Modi und Hilfen integriert, sondern auch zusätzliche Dungeons, Gebiete oder Spielmechaniken. Bisher hat man im ersten Trailer für Switch 2 nur einen schlafenden blonden Jungen gesehen, der bei den Waldwesen namens Kokiri aufwächst.

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Offensichtlich wird man das Figurendesign sowie die Kulisse neu gestalten. Link wird bekanntlich irgendwann im Laufe des Einstiegs auf Knopfdruck zum Mann, wenn einige Jahre seiner Kindheit übersprungen werden. Oder passt Nintendo diese bekannten Abläufe sowie das Spieldesign an? Das wäre wirklich schön.

Aber egal in welcher Art er 2026 auf der Switch 2 erwacht, kann ihm niemand mehr diesen Ruhm nehmen, deshalb landet er mit dieser Erkundung auch endlich in meiner Schatzkiste der zeitlosen Favoriten. Und falls es tatsächlich Spieler gibt, die The Legend of Zelda: Ocarina of Time nicht kennen, wäre das natürlich eine gute Gelegenheit, diesen herausragenden Meilenstein der Videospielgeschichte zu erleben. Er prägte die Reihe wie kein anderer Teil, nahm vieles von dem vorweg, was man später nicht nur in Majora’s Mask oder Twilight Princess, sondern bis hin zu Demon’s Souls erlebte, wenn man mit Schwert und Schild um seinen Gegner kreiste oder mit pochendem Herzen eine Arena betrat.

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