Art
Videospiel
Genre
Action-Adventure
Autor
Team ICO (2005)

Shadow of the Colossus

Fazit

Ich habe Shadow of the Colossus besprochen, als ich Anfang 30 und gerade sechs Jahre als Redakteur aktiv war. Ich bildete mir ein, viele Spiele zu kennen. Aber das, was Fumito Ueda da auf der PS2 inszenierte, entzog sich allen gängigen Schubladen und Kategorisierungen. Es flog weit über die Level- und Loot-Tretmühlen sowie den grellen Kitsch der Videospiel-Kulissen hinaus, war in seiner Reduzierung auf das Wesentliche ein stilbildender Pionier, ließ mich als Spieler ehrfürchtig schrumpfen, weckte selbst im Gefühl des Triumphes diese seltsame Traurigkeit und erschuf in seiner verwunschenen Monumentalität eine ganz eigene Fantasy-Ästhetik. Diese ragte gerade im Kontext einer Zeit heraus, in der es abseits des von Shootern und Action geprägten Mainstreams noch nicht diese Fülle an alternativen Spielen oder gar eine Independent-Welle gab, die uns heute überflutet. Trotzdem kenne ich fast zwanzig Jahre später kein vergleichbares Spiel. So einige versuchen sich daran, inspiriert oder als Hommage, aber im besten Fall sind sie damit stimmungsvoll, ohne dass sie länger nachhallen. Das Epische und das Melancholische wurden hier zu einzigartig verwoben. Ich müsste hinsichtlich einer ähnlichen Wirkung das Genre der Phantastik heranziehen, um Fantasy-Romane wie Elric oder Zeichentrickfilme wie Das letzte Einhorn oder Prinzessin Mononoke zu nennen. Ähnlich wie diese Meisterwerke hält Shadow of the Colossus selbst dem größten Kritiker stand: der Zeit. Und obwohl ich den Begriff Kunstwerk nicht für Videospiele gebrauchen möchte, gehört es zu den sehr wenigen, die zumindest Gedanken daran wecken. Es hat mich wie kein anderes digitales Abenteuer beeindruckt.

Eine Vertiefung zu Shadow of the Colossus mit einer ausführlichen Analyse der Merkmale und der Wirkung im Kontext seiner Zeit gibt es zum Lesen und Hören.

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