Art
Brettspiel
Genre
Arbeitersetzspiel
Autor
Uwe Rosenberg (2007)

Agricola

Fazit

Agricola würde bei mir sehr weit oben in der Liste der besten Brettspiele aller Zeiten stehen. Ich hab es erst recht spät im Jahr 2010 kennen gelernt, weil mir das Thema zunächst langweilig erschien: Familie und Landwirtschaft auf einem Hof? Aber der harmlose Schein trügt: Für einen bis fünf Spieler entsteht ein spannender, sehr taktischer und dabei angenehm offener Wettbewerb um die möglichst effizienteste Hofwirtschaft. Man muss Land und Leute über Werkzeuge sowie Anbauten und Berufe entwickeln, die sofort Boni bringen und manchmal kombiniert werden können. Aufgrund der Vielzahl illustrierter Karten mit ihren Spezialfähigkeiten entstehen bei jedem neuen Spiel etwas andere Möglichkeiten, um das Beste aus seinem Hof herauszuholen. Dabei kann man angenehm flexibel auf Mängel sowie Konkurrenten reagieren, denn auch wenn es keinerlei Interaktion über Handel untereinander gibt, so kann man wichtige Rohstoffe auf dem Markt sichern, indem man seine Figur als Erster dort platziert. Auch Familienzuwachs zur richtigen Zeit ist entscheidend, aber eine Herausforderung: Einerseits profitiert man von Kindern, denn man hat bald mehr Aktionen auf dem Markt zur Verfügung, aber andererseits muss man sie natürlich ernähren. Um Brot, Gemüse oder Fleisch zu beschaffen, hat man allerdings nur wenige Runden in sichtbaren Intervallen Zeit. Das ist also trotz der putzigen Schafe und Schweine kein Spiel für entspannte Dorfromantiker, sondern eher etwas für knallhart kalkulierende Aufbaufreunde – das empfohlene Alter liegt bei zwölf Jahren aufwärts. Uwe Rosenberg wurde seit der Veröffentlichung im Jahr 2007 mehrfach für dieses Spiel ausgezeichnet. Er hat einen zeitlos genialen Klassiker geschaffen, der das Prinzip des Arbeitersetzspiels auf höchstem Niveau inszeniert und dazu toll von Klemens Franz illustriert wurde, den ich schonmal im Podcast begrüßen durfte – hört mal rein, da verrät er mehr über die Entstehung von Agricola. Falls ihr an diesem Brettspiel interessiert seid: Seit 2016 gibt es die empfehlenswerte überarbeitete Version von Lookout Spiele für knapp 45 Euro. Außerdem gibt es eine modifizierte und leichtere Variante alsFamilienversion für Kinder ab acht Jahren.

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