Art
Comic
Genre
Science-Fantasy
Autor
Rick Remender (2017)

Seven to Eternity

Fazit

Was Stimmen im Kopf so anrichten können, haben Rollenspieler kürzlich in Baldur's Gate 3 erlebt – entweder als Opfer oder Täter. Auch in dieser fantastischen Comicreihe von Rick Remender (Deadly Class, Black Science) geht es um Beeinflussung, denn ein König ist so mächtig, dass sein geflüstertes Versprechen ganze Reiche zu Fall bringen kann. Er erfüllt jedem Wesen einen Wunsch, wenn er danach Zugang zu dessen Gedanken bekommt und durch seine Augen sehen kann. Der Widerstand gegen diese Macht und seine Schergen hat sich weit zurückgezogen. Aber im Angesicht des Todes will sich Adam Osidis zusammen mit einigen Gefährten wehren. Getragen durch die tollen Zeichnungen und Farben von Jerome Opeña sowie Matt Hollingsworth besticht die Science Fantasy mit ebenso vertrauten wie skurrilen Gestalten, mit Kampf, Magie und Erkundungen in Ruinen, während die familiär geprägte Story neben der Party-Interaktion mit coolen Gefährten immer tiefere philosophische Fragen stellt. Es geht und Macht und Moral, Verlust und Hoffnung. Irgendwann sind Gut und Böse gar nicht mehr so klar zu trennen wie anfangs gedacht und der Held offenbart Kapitel für Kapitel seine ganze Zerrissenheit. Seven to Eternity erschien 2017 im englischen Original bei Image und gehört aufgrund seiner abenteuerlich fantastischen, aber auch tiefgründig nachdenklichen Atmosphäre zu meinen absoluten Lese-Favoriten der modernen Comic-Ära. Ich hab mich damals über vier Jahre auf jeden der siebzehn Bände gefreut, bis die Saga im August 2021 in einem gelungenen Finale beendet wurde. Seven to Eternity ist in vier Bänden auch als tolles Hardcover bei CrossCult auf Deutsch erschienen, aber war leider schnell vergriffen. Falls ihr es irgendwo gebraucht findet: Es lohnt sich!

Was ist Science-Fantasy? Mehr dazu in dieser Erkundung zum Lesen oder in einem ausführlichen Gespräch mit Christian Endres zum Hören.

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