Brettspiel
Cyberpunk
Richard Garfield
Android: Netrunner

Fazit
Ich spiel immer mal wieder gerne Magic: The Gathering und habe aktuell viel Spaß mit Sorcery. Aber Android: Netrunner ist für mich das interessanteste Sammelkartenspiel. Zum einen fängt es die Atmosphäre des Cyberpunk über toll illustrierte Karten ein, die manchmal wie eine futuristische Mischung aus Tron und Shadowrun anmuten. Zum anderen sorgt die Unterschiedlichkeit der Taktiken für situative Spannung mit Psychospielchen. Denn während der offensive Hacker auf seinen Runs mit subversiven Fähigkeiten und Angriffen agiert, schützt sich der Konzern mit mächtigen Verteidigungslinien namens ICE auf breiter Front. Es entsteht ein Schlagabtausch zwischen Agilität und Stabilität, bei dem neben der asynchronen Dynamik vor allem das Pokerflair durch Bluffs mit verdeckten Karten gegenüber Magic heraussticht. Aber das so genannte Living Card Game ist bekanntlich schon seit acht Jahren nicht mehr wirklich lebendig. Denn der kommerzielle Erfolg blieb trotz der Qualität leider aus. Erst wurde das originale Netrunner 1999 nach knapp vier Jahren von Wizards of the Coast eingestellt, dann folgte nach sechs Jahren Laufzeit das Aus für Android: Netrunner bei Fantasy Flight Games im Jahr 2018. Immerhin geben die treuen Fans der Cyberpunk-Taktik nicht auf und halten das Thema lebendig, und zwar in Project NISEI. Das steht für “Nextrunner International Support and Expansion Initiative”, bedeutet auf Japanisch “zweite Generation” und wird von einer gemeinnützigen Organisation namens Null Signal Games betrieben, die auch Turniere veranstaltet und 2021 ein eigenes Deck namens System Gateway veröffentlicht hat, das mit Android: Netrunner kompatibel ist oder als Basis für einen Einstieg in die Welt von Runs und ICE dienen kann. Wer Cyberpunk mag und Lust auf ein Duell-Kartenspiel hat, wird in New Angeles jedenfalls ausgezeichnet unterhalten. Mehr dazu in der ausführlichen Rezension.














