Art
Comic
Genre
Tier-Fantasy
Autor
Michel Plessix (1996-2001)

Der Wind in den Weiden

Fazit

Wie ist das, wenn man mit einem Buch aufwächst und seine Helden quasi schon vor sich sieht? Wenn man eine bestimmte Vorstellung davon hat, wie Ratte, Maulwurf, Dachs und Kröterich zusammen am Fluss schwatzen?

Der Franzose Michel Plessix (1959-2017) hatte die schwierige Aufgabe, aus einem weltweit gefeierten Klassiker der Literatur einen Comic zu machen: Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame aus dem Jahr 1908.

Ich sprach im Podcast mit Christian Endres über diese aus der Tradition der Fabel entstandene Tier-Fantasy, die beim Lesen eine ganz spezielle Stimmung verbreitet, gemütlich und idyllisch, freundlich und abenteuerlich. Es sollte übrigens bis 1931 dauern, ehe dieser Roman von E. H. Shepard erstmals illustriert wurde, der auch Winnie-the-Pooh zeichnete. Plessix orientierte sich ein wenig daran, aber inszenierte die Abenteuer des Maulwurfs wesentlich detaillierter und malerischer.

Plessix, der zuvor u.a. Die Göttin mit den Jadeaugen oder Julian B. im frankobelgischen Stil zeichnete, entwickelte sich für diese Aufgabe auf künstlerischer Ebene enorm weiter. Mit dem Einsatz von Aquarellfarben konnte er diese spezielle Stimmung einer liebevollen Naturidylle einfangen und hatte dabei einen wunderbaren Blick für Kleinigkeiten in der Landschaft sowie im Aussehen sowie Verhalten der Tiere:

Michel Plessix wurde um die Jahrtausendwende mehrfach für diese Arbeit ausgezeichnet. Er benötigte allerdings über sechs Jahre für die vier Bände. Sie erschienen von 1996 bis 2001 auf Deutsch bei Carlsen, waren lange Zeit ausverkauft und wurden 2013 bei Splitter in einem Band als Hardcover über 128 Seiten neu aufgelegt.

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