Roman
Science-Fiction
Isaac Asimov (1951-1953)
Die Foundation-Trilogie

Fazit
Die Foundation-Trilogie gehört für mich zum Beeindruckendsten, was die Science-Fiction hervorgebracht hat. Schon im Alter von 22 Jahren veröffentlichte Isaac Asimov im Pulp-Magazin Astounding Science-Fiction ab 1942 die ersten Kurzgeschichten, aus denen er 1951 den ersten Roman namens Foundation erschuf. Aus diesem entwickelte sich ein faszinierenden Epos, das bis 1953 zu einer Trilogie anwuchs.
Es enthält Abenteuer und Intrigen, Tragödien und Weltraumschlachten, aber das Besondere war die historische Dimension, die sich über ganze Zeitalter einer sich politisch, technologsich und kulturell verändernden Galaxis erstreckte. Asimov ließ sich dabei von Edvard Gibbons Geschichtsreihe "Verfall und Untergang des römischen Imperiums" inspirieren, von inneren und äußeren Konflikten.
Es geht darum, dass der Psychohistoriker Hari Seldon die Zukunft voraussagt, indem er die Arbeit von Historikern und Soziologen um eine statistische Komponente ergänzt. Er ist eine Art naturwissenschaftlicher Wahrsager, der – und das bringt den Roman in Schwung – den Fall des aktuell regierenden Galaktischen Imperiums voraussagt.
Allerdings finden die theoretisch unsterblichen Herrscher, die aus dem Genpool ihres königlichen Vorfahren gleichzeitig als Junge, Mann und Greis regieren, das nicht ganz so toll. Und dieser apokalyptische Kauz prophezeit sogar 30.000 Jahre der Dunkelheit, die man nur dann verkürzen könne, wenn man richtige Maßnahmen ergreifen würde!
Daher verbannen sie Hari Seldon und seine "Sektierer" an den Rand des Universums, wo sie auf einem unwirtlichen Planeten ihre Foundation gründen dürfen. Aber selbst das hat er quasi vorausgesehen, so dass die Verbannung der erste Dominostein bis hin zum Fall des Imperiums ist. Das ist alles so clever strukturiert und so gut geschrieben, zumal es natürlich einige Aspekte gibt, die Hari Seldon nicht ahnen konnte, die aber dennoch wirksam sind, dass man immer wieder überrascht wird und die Romane kaum weglegen kann.
Und wie gesagt: Die Foundation-Trilogie, zu der die drei Bände Foundation (1951), Foundation and Empire (1952) sowie Second Foundation (1952) gehören, spricht sowohl Abenteurer, Freunde der Space Opera als auch Freunde der Geschichte an. Sie ist kein akademisches Konstrukt, sondern steckt voller lebendiger Charaktere und dramatischer Entwicklungen. Selbst Frank Herbert war so angetan, dass er in seinem Dune von 1965 quasi eine andere Geschichte eines Imperiums erzählt.
Einige sind vielleicht aufgrund der TV-Serie auf AppleTV darauf aufmerksam geworden und fragen sich, ob es sich lohnt, das Original zu lesen: Ja, ja und nochmals ja! Und falls man diese Trilogie gelesen hat, warten da noch zwei Sequels namens Foundation's Edge (1982) und Foundation and Earth (1986) sowie zwei Prequels namens Prelude to Foundation (1988) und Forward the Foundation (1993).
Mehr zur Psychohistorie und Isaac Asimov in der Vertiefung.
(Bild: Ihr seht das Cover von Second Foundation, das vom amerikanischen Künstler Ric Binkley (1921-1968) gemalt und für die Ausgabe bei Gnome Press aus New York im Jahr 1953 verwendet wurde)
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